„Fass mich nicht an!“ Hunde mit Berührungsangst

Den Hund zu streicheln, mit ihm zu kuscheln, für die meisten von uns ist das selbstverständlich. Doch es gibt nicht wenige Hunde, die Berührungsangst haben und streicheln nicht als angenehm empfinden.

Ich habe so ein „Exemplar“ zuhause. In meinem heutigen Blogartikel schildere ich meine Erfahrungen und gebe dir Tipps für den Umgang mit einem berührungsängstlichen Hund.

Hund lässt sich nicht anfassenUrsachen für Berührungsangst

Es kann vielerlei Gründe geben, weshalb sich ein Hund nicht oder nur ungern anfassen lässt. Nachfolgend sind einige der Ursachen aufgeführt:

  • Naheliegend sind schlechte Erfahrungen mit Menschen. Ein Hund, der misshandelt wurde oder anderweitig negative Erlebnisse mit Menschen hatte, kann sein ganzes weiteres Leben Probleme damit haben, berührt zu werden.
  • Mangelnde Sozialisierung. Der Welpe hat in seiner Sozialisierungsphase nichts oder nur wenig mit Menschen zu tun gehabt.
  • Lässt sich der Hund plötzlich nicht mehr anfassen und zuckt bei Berührungen gar zusammen, sind sehr wahrscheinlich Schmerzen die Ursache. Ich rate dir in diesem Fall einen Tierarzt aufzusuchen.
  • Körperliche Gewalt in der Erziehung. Man mag es kaum glauben, aber es gibt sie noch immer, die Anhänger von Teletakt und Stachelhalsbändern und diejenigen, die zur Bestrafung auf den Rücken schlagen, an den Ohren ziehen, in die Seite kneifen usw. Hier bedarf es wohl keiner weiteren Erklärung, warum ein auf diese Weise „trainierter“ Hund sich nicht (mehr) anfassen lässt.

Dein Hund lässt sich nicht anfassen – das kannst du tun

„Was soll ich mit einem Hund anfangen, der sich von mir nicht anfassen lässt?“ Wenn du dir diese Frage stellst, kann ich das durchaus nachvollziehen. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten, die sich einen Hund wünschen, auch Körperkontakt zu ihn aufbauen wollen. Doch hier kann ich dich beruhigen, denn mit Ruhe, Geduld, gezieltem Training und der richtigen Einstellung besteht durchaus eine Chance, dass sich ein Hund (wieder) gern streicheln lässt. In einer solchen Situation war ich selbst und kann dir heute sagen: Es funktioniert.

Genau wie in einer menschlichen Beziehung, muss zunächst erst einmal Vertrauen auf beiden Seiten aufgebaut werden. Du musst Geduld haben, denn gerade bei einem ängstlichen Hund geschieht das nicht von heute auf morgen.

  • Suche immer wieder den Kontakt zu deinem Hund. Gehe dabei sehr behutsam vor. Rücke ihm nicht zu dicht auf die Pelle. Sprich ihn mit ruhiger Stimme an. Wenn er zu dir schaut, wirf ihm ein Leckerchen zu. Wiederhole das immer wieder.
  • Geht der Hund schon einen oder mehrere Schritte auf dich zu, belohne dies. Nun kannst du deine Taktik verändern. Wirf ihm das Leckerli nicht mehr zu, sondern behalte es in der Hand und animiere ihn, deiner Hand zu folgen. Führe das Futter ein Stück in deine Richtung. Es kommt der Tag, an dem dein Hund aus deiner Hand fressen wird.
  • Füttere den Hund immer weiter zu dir heran. Ist er ganz nah bei dir, kannst du die Hand so halten, dass er daraus frisst und er dabei ganz sanft von der Hand berührt wird. Kann er das aushalten? Sehr gut, lobe ihn! Auf diese Weise kannst du dich in kleinen Schritten im wahrsten sinne des Wortes an den Hund herantasten.

Vielen Hunden bereitet allein die bewegende menschliche Hand Angst. Teste nun daher einmal folgende Variante aus:

  • Lasse deine Hand bei dir. Bewege sie nur langsam auf und ab. Beobachte dabei deinen Hund. Bleibt er entspannt, lobe und/oder belohne ihn. Zeigt er Stressanzeichen, war er mit dieser Übung bereits überfordert und ihr müsst einen Schritt zurückgehen.
  • Du kannst diese Übung schrittweise ausbauen, indem du mehr und mehr deine Hand in Richtung des Hundes bewegst. Aber bitte langsam und ruhig und keine hektischen Bewegungen.

Wenn dein Hund soweit ist, und sich für kurze Zeit berühren oder gar streicheln lässt, ist das bereits ein Riesen-Erfolg. Ich empfehle dir, an dieser Stelle ein Signal einzuführen, das die Berührung ankündigt. Dazu denkst du dir ein Wort aus, das du mit ruhiger, entspannter Stimme sagst, während du deinen Hund streichelst. Nach einige Wiederholungen hat der Vierbeiner das Signal gelernt. Er weiß nun, was kommt, wenn er es von dir hört.

Übe täglich und dehne die Zeit und die Intensität der Berührungen in kleinen Schritten immer weiter aus.

Was du unbedingt beachten solltest

Für alle vorgeschlagenen Übungen gilt: Du kannst nichts erzwingen. Auch wenn der Hund in der ersten Zeit keine Anstalten macht, zu dir zu kommen. Es kann außerdem durchaus sein, dass er kein Futter annimmt. Das musst du erst einmal so hinnehmen – und weiter dran bleiben.

Achte auch genau auf deine eigene Körpersprache. Begib dich auf Augenhöhe zu deinem Hund. Wenn du z. B. einen kleinen bis mittelgroßen Hund hast, gehe in die Hocke. Lasse dabei den Oberkörper gerade und die Hände bei dir. Ein nach vornüber gebeugter Oberkörper wirkt sehr wahrscheinlich bedrohlich auf den ohnehin ängstlichen Hund, und das ist genau das Gegenteil von dem, was du erreichen möchtest.

Die Entscheidung, ob und wann es Zeit für den nächsten Trainingsschritt ist, liegt allein beim Hund! Das solltest du akzeptieren. Es stärkt das Vertrauen wenn der Hund merkt: Ich werde nicht gezwungen, ich kann mir Zeit lassen und es ist nicht schlimm, wenn ich nicht mitmache.

Bobby, ein Hund mit Vergangenheit

Wenn du meinen Blog verfolgst, weißt du, dass unser Bobby ein ehemaliger rumänischer Straßenhund ist, wir mit ihm so unsere Baustellen hatten und zum Teil auch noch haben. Die Angst vor Berührungen gehört dazu.

Ich erinnere mich an den Tag, als wir ins Tierheim fuhren, um Bobby kennenzulernen. Neugierig kam er an den Zaun des Auslaufgeheges, als er uns sah. Doch nachdem eine Tierpflegerin ihn uns überlassen hatte, wollte er von uns nichts wissen. An der gesamten Körpersprache des Hundes konnte ich jedoch ausmachen, dass er Angst hatte. Trotzdem schaffte ich es an diesem Tag, dass der Hund sich von mir leicht berühren ließ. Die Beziehung zwischen Bobby und mir war vom ersten Augenblick an eine ganz besondere.

Aber damit war es längst nicht getan. Bobby zeigte in den ersten Wochen immer wieder ängstliches bis aggressives Verhalten. Streicheln durfte nur ich ihn. Wollte mein Mann ihn berühren, hat er geschnappt. Uns war klar, dass sich dieser Zustand nur durch langfristiges kontinuierliches Arbeiten verbessern würde.
So arbeiteten wir mit Bobby, machten die Übungen, die ich im vorherigen Abschnitt beschrieben habe. Wir gestalteten den Umgang mit Bobby so, dass er viele Erfolgserlebnisse und ein gutes Lebensgefühl hatte. Bobby gewann dadurch immer mehr an Selbstvertrauen. Er baute nach und nach seine Berührungsängste ab und suchte nach einer Weile von sich aus den Körperkontakt zu uns.

Wenn ein Hund sich nicht oder nur ungern anfassen lässt, besteht ein weiteres Problem: Die Körperpflege und die medizinische Versorgung. Ein Tierarztbesuch mit Bobby nach sechs Monaten war nicht nur für den Hund der reinste Horror. Da musste sich etwas ändern. Ich gewöhnte Bobby an einen Maulkorb und übe immer wieder, auch unangenehme Berührungen auszuhalten. Hier gibt es im Bereich der positiven Verstärkung viele Ansatzpunkte. Dazu gehören das Aushalten unangenehmer Berührungen zu belohnen oder die Berührung anzukündigen.

Heute, nach zwei Jahren mit Bobby, kann ich sagen, dass wir schon ein sehr großes Stück des Weges hinter uns gelassen haben. Wir sind allerdings noch nicht am Ziel angekommen. Bobby lässt sich zwar von uns anfassen, Fremde lässt er jedoch nach wie vor nicht an sich heran. Manchmal kippt seine Stimmung von einer Minute auf die andere. Eben sucht er noch den Kontakt zu mir, ich streichle ihn und im nächsten Moment springt er auf, schnappt in die Luft und jault. Doch wir haben gelernt, damit umzugehen. Wenn er nicht gestreichelt werden will, dann muss das auch nicht sein.

Schlusswort

Wenn ein Hund sich nicht anfassen lässt, braucht man sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen im Training. Doch dies macht sich irgendwann bezahlt. Ich kenne Bobby, wie er am Anfang war und ich sehe Bobby jetzt. Woher nehme ich die Kraft, die Ausdauer, die Geduld? Es ist meine Einstellung. Ich sehe es als meine Aufgabe, meinem Hund zu helfen, und es ist die Liebe zu meinem Hund, die mich antreibt.

Hast du auch einen Hund, der sich nicht gern anfassen ließ oder immer noch lässt? Wie gehst du damit um? Verrate es mir gern in einem Kommentar.

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27 Kommentare zu „„Fass mich nicht an!“ Hunde mit Berührungsangst“

  1. Hallo Bettina,
    das ist ein toller Beitrag! Lady hat Gott sei Dank keine Berührungsängste. Egal wer kommt, ob groß oder klein, sie freut sich immer riesig und will gestreichelt werden. Wir haben sie als Welpe immer überallhin mitgenommen und Menschen die wir öfters sehen, durften sie auch streicheln *leider zu oft auch von fremden Menschen, das bereue ich heute, denn deswegen ist sie nicht zu bremsen vor Freude wenn uns jemand entgegen kommt* LG Claudia

  2. Pingback: 4 gute Gründe für einen Maulkorb - Ricas Dogblog

  3. Ich habe gerade genau diesen Fall in Rumänien und möchte sie gern nach Deutschland holen. Sie lässt sich nach einem paar Tagen Arbeit sogar schon bis zum Hals streicheln. Aber nur mit Leckerlis. Für den Transport müsste sie wieder eingesperrt werden. Wie haben Sie Bobby nach Deutschland geholt?

    1. Hallo Denise,
      mit Bobbys Transport nach Deutschland hatten wir nichts zu tun. Als wir ihn kennenlernten war er bereits in Deutschland. Bobby kam über einen deutschen Tierschutzverein, der mit dem Tierheim in Hamburg kooperiert. Für den Transport werden die Hunde von rumänischen Tierschützern vorbereitet. Wie das aber genau abläuft, kann ich dir leider nicht sagen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Hunde eventuell etwas zur Beruhigung bekommen.
      LG Bettina

  4. Pingback: Ein Hund aus dem Ausland: Das solltest du wissen - Ricas Dogblog

  5. Hallo, dein Beitrag spricht mir aus der Seele. Unser Horst kam mit 8 Wochen zu uns, aufgewachsen bis dahin ohne Mutter mit 2 Geschwistern. Davon 2 Wochen im Keller mit 1x Futter am Tag????. Dieser kleine Kerl ging von Anfang an nach vorn und ließ mich oftmals verzweifeln. Er verteidigte dich, sein Futter, seinen Platz…einfach alles. Heute, fast 9 Monate später und 35 kg schwerer haben wir immernoch so unsere Baustellen (Tierarzt, fremde Menschen, Ohrensalbe u.ä.). Geschirr erträgt er bis heute nicht. Aber: wir lieben ihn und er uns. Er bekommt die Zeit, die er benötigt und dankt es und mit immer größer werdendem Vertrauen.

    1. Hallo Janine,
      danke für dein Feedback. Ihr habt da genau die richtige Einstellung. Bleibt weiter dran und lasst euch nicht entmutigen, wenn’s mal Rückschläge gibt. Ich wünsche euch eine schöne Zeit mit eurem Hund.
      LG Bettina mit Rica und Bobby 🙂

  6. Tierheimhund
    Ich habe genau dieses Problem: „Mein“ Hund lässt sich von mir nicht wirklich anfassen. Es handelt sich um einen ca. 3 Jahre alten Mixrüden, der angeblich ohne irgendwelchen Kontakt auf einer Wiese gelebt hat. Futter hatte man ihm einfach reingeworfen. Er gerät geradezu in Panik wenn man ihn anfasst. Mit vielen Leckerchen kann ich ihn kurzzeitig anfassen, dann springt er sofort wieder zurück, kommt aber, da er die Leckerchen ja haben will, wieder zurück. Aber eine falsche Bewegung oder Berührung meinerseits lässt ihn zur Salzsäule erstarren und er nimmt nichts mehr richtig wahr. Gehe ich dann doch noch einen Schritt weiter, zieht er die Lefzen hoch und droht. Ich gehe dann nicht mehr weiter sondern ziehe mich langsam zurück. Es dauert aber eine Weile bis er wieder aus seiner Starre „erwacht“. So beginnt das Spiel wieder von vorne. Draußen hat sich sein Verhalten stark gebessert. Er sucht den Blickkontakt, den ich auch belohne und lässt sich auch animieren z.B. auf Baumstämme zu klettern oder gemeinsam mit mir über einen solchen zu springen. Mit einigen Hunden ist er mittlerweile per DU. Er läuft dann ganz ruhig mit nur wenigen Zentimeter Abstand neben dem Hund her. Aber, sucht der andere Hund Kontakt zu ihm, weicht er aus. Anfassen geht auch hier, wenn überhaupt, nur während ich ihm ein Leckerchen gebe.
    Ja, das ist unser Problem, ich muss aber sagen, in den letzten drei Monaten hat sich sein Verhalten draußen stark verbessert; wenn ich daran denke, dass er anfangs bei einem herunter fallenden Blatt in Panik geriet. Ich versuche auch, während er neben mir herläuft, seine Ohren zu streicheln. Manchmal lässt er es zu, dann lobe ich ihn und gebe ihm ein Leckerchen, manches Mal aber springt er zur Seite und weicht mir aus. Aber ich werde weiter daran arbeiten und hoffe, aus ihm noch einen „richtigen“ Hund zu machen. Drückt mir die Daumen.
    NB: Es wäre vielleicht auch einfacher, wenn er im Tierheim nur von einigen wenigen Gassigängern ausgeführt würde, aber das lässt sich leider nicht regeln.

  7. Liebe Bettina,
    erstmal möchte ich dir danke, denn deine Tipps für das Maulkorbtraining und deine Berichte über Bobby haben mir wirklich Mut gemacht, als ich meinen Watson frisch adoptiert habe. Auch er ist ein Hund mit Vergangenheit, wurde mit Wunden an den Hinterbeinen und dem Rücken aufgefunden. Er ist ein kommunikativer Hund, der freudig auf Menschen zugeht – auch streicheln und kuscheln will er ganz viel. Nur wenn man an die Stellen kommt, die offen und blutig waren schlägt sein Verhalten (verständlicherweise) komplett um: er beisst – und das sehr heftig und zieht die Lefzen hoch. Leider gibt er vor dem Beissen keine Vorwarnung, sondern legt gleich los.
    Da ich in ein paar Wochen, wenn Watson sich besser an seinen Maulkorb gewöhnt hat, anfangen will zu üben auch unangenehme Berührungen auszuhalten (zwecks Fellpflege, Tierarztbesuchen etc.), wollte ich dich um Rat fragen: Du schreibst, dass du das mit Bobby geübt hast, gehst aber leider nicht wie beim Maulkorbtraining ins Detail. Hast du irgendwelche genaueren Tipps, wie ich das Training starten kann. Ich möchte ihn natürlich erst an die allgemeine Berührung gewöhnen, bevor ich mit Bürste und co. daher komme, weiß aber nicht so recht, wie ich die Übungen aufbauen soll.
    Vielen Dank!
    Liebe Grüße,
    Lena

    1. Hallo Lena,

      es freut mich, dass ich dir mit meinen Blogartikeln helfen konnte. Mit der Körperpflege bin ich deshalb nicht so ins Detail gegangen, weil das für sich schon ein sehr umfangreiches Thema ist und der Artikel sonst zu lang geworden wäre. Ich nehme das aber gern als Anregung für einen neuen Artikel auf.

      Ich versuche jetzt mal kurz zusammenfassen, wie du vorgehen kannst:
      Beginne zunächst mit Berührungen, die dein Hund aushält. Ich habe bei Bobvy mit kurzen Berührungen an den Wangen, Maul, Nase, Hals usw begonnen. Wenn er das aushalten konnte, habe ich das Markerwort und Leckerlie gegeben.
      Als das gut klappte, wurden die Berührungen etwas unangenehmer. Z.B. leichten Druck ausüben, die Haut an den Augen ziehen, so als würde ich ihm Tropfen geben wollen usw. Wenn er das gut gemacht hat, wieder Marker und Belohnung. So steigerst du langsam die Anforderungen immer mehr.

      Achte aber möglichst darauf, nicht zu schnell vorzugehen. Beobachte deinen Hund genau beim Training. Signalisiert er, dass es ihm unangenehm wird, dann braucht er eine Pause. Bobby hat z.B.immer seinen Kopf gedreht und auf die Stelle geschaut, die ich berührt habe. Ein Zeichen dafür, dass es ihm zuviel war.

      Ich hoffe, ich konnte dir damit schon mal einen kleinen Einstieg geben und es einigermaßen verständlich erklären. Wenn du Fragen hast, melde dich gerne.

      Liebe Grüße
      Bettina mit Rica und Bobby

      1. Liebe Bettina,

        vielen Dank für deine schnelle Antwort! Werde die Tips auf jeden Fall anwenden.

        Liebe Grüße,
        Lena mit Watson

  8. Hallöchen. Deine Ursachen, wieso sich ein Hund nicht anfassen lässt, sind grundsätzlich eher negativ. Kingston lässt sich zwar von uns anfassen, aber Kuscheln kann man gar nicht bis wenig. Das liegt aber an seinem Charakter *zwinker*. Also ist in ihm verankert und fußt nicht auf negativen Ereignissen usw.
    Shar Peis sind von sich aus fremdenscheu (kommt natürlich auch wieder auf das einzelne Individuum an) und lassen sich dort schon nicht gern anfassen. Bei den eigenen Menschen ist Anfassen jetzt nicht so das Problem (wobei er da auch Unterschiede zwischen Personen macht) und Kuscheln ist einfach nicht so sein Ding.
    Natürlich muss er sich beim TA und bei Kontrolle der Befindlichkeit anfassen lassen, aber ich bin der Meinung, wenn der Hund wirklich nicht so viel Körperkontakt mag, dann sollte man ihm das auch nicht aufdrängen. Denn Hunde haben ja auch eine spezielle Wohlfühlzone und wieso muss mein Hund jeden darein lassen? Ich fühle mich auch nur wohl, wenn mind.50cm zwischen mir und Fremden sind *zwinker*.
    Aber du hast tolle Tipps aufgeschrieben, um mal zu trainieren, wenn man Nähe üben muss, damit man z.B. einen ruhigen TAbesuch haben kann.

    1. Hallo Malou,
      ich gebe dir vollkommen Recht. Ein Hund muss sich nicht von jedem anfassen lassen und was in Sachen Berührung geht, entscheidet der Hund, und nicht wir. Sicher gibt es Hunde, die sich von Natur aus nicht gern anfassen lassen, ohne schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Hier geht es aber schwerpunktmäßig um die Angst vor Berührungen. So wie bei meinem Bobby, der in der ersten Zeit regelrecht Panik bekommen hat, wenn wir ihn anfassen wollten und selbst das Anleinen schwierig war.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

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  10. Hallo Bettina,
    Wir haben seid drei Wochen eine Hündin aus Rumänien. Sie ist zehn Monaten alt. Zu mir war sie gleich sehr lieb und ich konnte alles machen , aber zu meinem Sohn ist sie sehr zurückhaltend. Manchmal aggressiv, das brint mich zu verzweifeln. Ich wusste dass die Hunde ängstlich sind aber so extrem nicht.ja es steht viel Arbeit vor ins aber jeder kleiner Erfolg macht uns glücklich . Es ist aber schön das ihr alles ein gleiches Problem habt , dann weisst man dass esnicht an einem selber liegt. Ich hoffe dass sie bald bei uns richtig ankommt und ins als ihr Zuhause annimmt.

    1. Hallo Johanna,
      Hunde aus dem Tierschutz und insbesondere aus dem Süden haben häufig ein Problem mit Männern oder Jungens. Das ist sicher ihren früheren Erfahrungen geschuldet.
      Habt viel Geduld mit eurer Hündin, das ist das Wichtigste. Ihr werdet das schaffen.
      LG Bettina mit Rica und Bobby.

  11. Hallo Bettina, unser 16-jähriger Mischlings-Rüde Polo ist noch voll aktiv und agil! Er war immer schon ein Einzelgänger gewesen, liess sich von mir und meinem Mann immer gerne streicheln, aber nur wenn er Bock drauf hatte. Seit gut 5 Jahren haben wir ein 10-jähriges Mischlings-Weibchen aufgenommen und seit da ist Polo leider nicht mehr wie er war. Er möchte nur ungern angefasst werden, schreit laut wenn ich es doch mache. Er ist aber auch sehr schlau und weiss wir er es bekommt, denn er ist verwöhnt bis zum geht nicht mehr…. Schmerzen hat er keine, sieht nicht danach aus. Wir lieben ihn so wie er ist, er ist immer die Nummer 1 gewesen und das beweisen wir ihm immer. Vielleicht ist er im Alter so geworden? Oder als er innert 12 Monaten 2x eine schwere Blasen-OP hatte? Egal was, nur wohlfühlen sollte er sich, hoffe nichts falsches gemacht zu haben.

    1. Hallo Violeta,
      bist du sicher, dass er keine Schmerzen hat? Habt ihr das mal beim TA abklären lassen? Gerade weil es doch recht plötzlich kam, könnte es ja durchaus sein, dass ihm etwas weh tut. Vielleicht kommt sowas auch mit dem älter werden. Aber manche Hunde mögen auch nicht gern berührt werden, und das sollten wir respektieren.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  12. Anja Hiltermann

    Hallo
    Wir haben seit 8 Monaten einen
    Jackrussel Mix wir haben ihn von privat übernommen.
    Er ist ca 3 und kommt wohl aus Rumänien.laut Aussage der letzten Besitzer ist er durch vier verschiedene Besitzer gegangen. Vertrauen hat er zu mir und den Kindern , aber vor meinem Mann hat er Angst vor allem wenn er von der Arbeit kommt. Bruno hat panische Angst vor neon Farbenen Sachen .
    Vielleicht kannst du mir sagen woher die Angst kommen kann?
    Wir haben viel gearbeitet das meiste haben wir in den Griff gekriegt aber die Vertrauensarbeit mit meinem Mann ist Mal besser und dann wieder schlechter.
    Wir werden jetzt Mal deine Tipps ausprobieren denn aufgeben werden wir nicht.
    Wir sind froh das Bruno unser Leben bereichert

    1. Hallo Anja,
      zunächst einmal finde ich es toll, dass ihr Bruno nicht aufgeben wollt. Das ist genau die richtige Einstellung. 🙂
      Bei Hunden wie ihm ist sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Da geht es nicht um Wochen oder Monate, sondern eher um Monate oder Jahre. Euer Hund hat einiges hinter sich: (Wahrscheinlich) aus Rumänien, ging durch viele Hände, all das sind Erlebnisse, die ein Hund erst mal verkraften muss.
      Die Angst vor neonfarbenen Sachen könnte von einer Fehlverknüpfung herrühren. Beispiel: Ihm wurden Schmerzen zugefügt während eine Jacke, Anzug, Weste oder ähnliches mit diesen Farben im Spiel war. Möglich ist aber auch eine mangelhafte Prägung in der Welpenzeit auf bestimmte Umweltreize. Die Angst vor Männern kommt bei rumänischen Straßenhunden aber auch bei anderen Tierschutzhunden häufig vor. Hundefänger sind nun mal meistens männlich und sie sind nicht zimperlich… 🙁
      Bleibt beim Training dran, immer wieder üben üben üben. Vielleicht geht es bei den Neonfarben mit einer Desensibilisierung oder Umkonditionierung.
      Ich wünsche euch jedenfalls ganz viel Erfolg und alles gute für Bruno. Weiter so, er braucht euch!
      LG Bettina mit Rica und Bobby 🙂

  13. Hallo, ich finde den Artikel sehr hilfreich. Ein Kommando, bevor man den Hund berührt, scheint mir ein toller Ansatzpunkt zu sein 🙂 Ich habe vor 6 Wochen einen Mischling aus Rumänien adoptiert, es hieß er sei lieb und etwas schüchtern. Er ist sehr ängstlich und ich kann ihn nicht berühren!!! Gar nicht 🙁 dies bedeutet, ich kann ihm weder Halsband boch Geschirr anlegen… Und somit nicht raus gehen. Er war zuvor 3 Monate in einer Box in einer Tierpension bzw. Tierklinik eingesperrt. Er kennt weder Halsband noch Gassigehen… Was mache ich bloß??? Ein Hund der nicht raus geht 🙁 so unnatürlich und nicht artgerecht. Ich „trainiere“ jeden Abend. Er macht für seine Verhältnisse große Fortschritte, jeden Tag etwas… doch der Durchbruch lässt auf sich warten. Er frisst mir aus der Hand, die Schnute kann ich auch berühren (schon seit der ersten Woche, mal findet er es ok, mal nicht) aber mehr ist nicht möglich. Ich habe schon alles erlebt, von Zähne zeigen, Schnappen bis hin zum Knurren… Ich kann meine Hand nicht über seinen Kopf bringen um das Halsband zu schließen. Hat jemand Ideen??? Ich wäre so dankbar!!!

    1. Hallo Martina,
      6 Wochen ist für einen Tierschutzhund eine recht kurze Zeit. Halte durch, du musst jetzt Geduld haben, sehr viel Geduld…
      Bedenke bitte was dein Hund hinter sich hat. Monatelang eingesperrt und wer weiß, was noch alles. Das hinterlässt Spuren. Da finde ich es durchaus nachvollziehbar, dass der Hund den Menschen misstraut.
      Du schreibst, dass er Fortschritte macht. Das ist doch gut! Jeder noch so kleine Fortschritt ist ein Riesen-Erfolg! Lobe und belohne jede noch so kleine Kleinigkeit. Das gibt Selbstvertrauen.
      Ich empfehle dir, deinen Hund an einen Maulkorb zu gewöhnen. Hierzu habe ich auch einen Blogartikel geschrieben. Wenn du dann weiter am Berühren arbeitest, kann dein Hund den Maulkorb tragen und du brauchst keine Angst vor Verletzungen haben.
      Mit dem Halsband könntest du folgendes probieren: Stelle es so weit ein, dass du es im geschlossenen Zustand dem Hund über den Kopf ziehen könntest. Nun nimmst du in eine Hand ein Futterstück, in die andere das Halsband. Nun führst du das Futterstück so, dass der Hund den Kopf durch das Halsband stecken muss, um an das Futter zu kommen.

      Ich kann verstehen, wenn du entäuscht und verzweifelt bist. Schließlich hat man ja auch andere Vorstellungen, wenn man sich für einen Hund entscheidet. Doch meine Erfahrung ist, dass Durchhalten sich lohnt.
      Ich drücke euch fest die Daumen
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  14. Hallo, wir haben uns vor einer Woche ein 4 Monate alten Welpen geholt.
    Aber wir mussten schnell feststellen das sie sehr ängstlich ist und sich nicht anfassen lässt. Weder Halsband noch Geschirr lässt sie sich anlegen somit sind leider auch keine Spaziergänge möglich.
    Sie ist zwar neugierig und sucht unsere Nähe aber sobald wir uns bewegen zieht sie den Schwanz ein und rennt weg und versteckt sich. Andersrum jault sie aber auch wenn sie uns nicht sieht.
    Ich hoffe wir bekommen das irgendwie hin.
    Gruß Jule …. 🙋‍♀️

    1. Hallo Juliane,
      ich bin zuversichtlich, dass ihr das hinbekommt. Immer sehr kleinschrittig vorgehen und nicht zu schnell zu viel erwarten. Wenn deine Hündin erst mal gemerkt hat, dass sie euch vertrauen kann, wird sie sich auch irgendwann berühren lassen.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

  15. Hallo, ich habe einen Pudel(8Mon.) von einem tollen Züchter.Er geht jeden Tag mit ins Geschäft (Friseur)
    Er lässt sich von der Familie und Angestellten sehr gerne anfassen, aber bei den Kunden ist er sehr ängstlich und bei Kindern knurrt er sogar.
    Kann es sein dass ihn das zu viele Menschen sind?
    Seine Geschwister sind ganz anders zu Menschen.
    LG

    1. Hallo Kerstin,
      ja, das kann durchaus sein, dass es einem Hund auch mal Zuviel wird. Knurren ist ein eindeutiges Zeichen dafür: „Lass mich in Ruhe“, will er sagen. Das sollte unbedingt respektiert werden, denn die nächste Stufe wäre das Schnappen, und das kann niemand gebrauchen.
      Es kommt auch darauf an, wie der Hund angefasst wird. Vor allem Nichthundehalter neigen dazu, einen Hund auf dem Kopf zu tätscheln oder gar zu umarmen. Das empfinden Hunde als Bedrohung, zumindest wenn fremde Menschen das tun.
      LG Bettina

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