So wird dein Hund stubenrein

Kaum ist der Hund in seinem neuen Zuhause angekommen, wartet schon die erste große Herausforderung auf die frisch gebackenen Hundehalter. Das Training der Stubenreinheit hat schon so manchen Neuhundehalter die eine oder andere schlaflose Nacht bereitet. Gerade wenn es sich dazu noch um den ersten Hund überhaupt handelt, kann man hier durchaus an die Grenze seiner Belastbarkeit stoßen. Ich kann davon ein Lied singen. Die ersten Wochen nach Ricas Einzug waren in dieser Hinsicht alles andere als ein Spaziergang.

Du bekommst in nächster Zeit einen Hund, hast aber noch keine oder geringe Erfahrung in der Hundehaltung? Dir soll es nicht so gehen wie mir vor knapp sechs Jahren. Deshalb erkläre ich dir in meinem heutigen Blogartikel, wie du das Training zur Stubenreinheit durchführen kannst.

Stubenreinheit, was bedeutet das?

Ein Hund wird allgemein als stubenrein bezeichnet, wenn er gelernt hat, seine Toilettengänge außerhalb der Wohnung zu verrichten. Im Idealfall zeigt er an, wenn er mal muss.

In Vielen Hunderatgebern wird auch das Thema Stubenreinheit angesprochen. Alle Bücher, die ich bisher gelesen habe, beziehen sich in dieser Hinsicht jedoch nur auf Welpen. Doch es gibt auch sehr viele erwachsene Hunde, teils schon fortgeschrittenen Alters, die nicht stubenrein sind. Ein Hund, der nahezu sein ganzes Leben auf der Straße verbracht hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht stubenrein. Warum sollte er auch, wenn er noch nie in einem Haus gelebt hat?

So gestaltest du dein Training

Die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen gelten sowohl für einen Welpen als auch für einen erwachsenen Hund:

  • Das Training beginnt gleich am Einzugstag. Noch bevor du mit deinem neuen Mitbewohner die Wohnung betrittst, gibst du ihm die Gelegenheit, sich draußen an einem Platz zu lösen, den du für ihn aussuchst.
  • Von jetzt an bringst du deinen Hund nach jedem Fressen, Schlafen, Spielen, Toben und Trainieren raus zu seinem „Outdoor-WC“. Macht er Pippi oder ein Häufchen, wird ausgiebig gelobt. Hier darfst du ruhig ein bisschen übertreiben, denn der Hund soll ja lernen, dass er da gerade die Meisterleistung des Jahrhunderts vollbracht hat.
  • Ein geregelter Tagesablauf begünstigt die Trainingsfortschritte. Richte – zumindest in den ersten Wochen – feste Fütterungs- und Gassizeiten ein. Ich würde drei- bis viermal täglich eine kleine Runde gehen. Bei Bedarf natürlich auch öfter. Das musst du für dich selbst herausfinden. Gib dem Hund bei jedem Gassigang ausreichend Gelegenheit, sich zu entleeren. Kommt er dem nach, wird wieder so richtig doll gelobt.

Woran erkennst du, dass dein Hund mal muss?

Ein Hund, dessen Blase oder Darm sich meldet, zeigt folgende deutliche Anzeichen:

  • Dein Hund wird unruhig und schnüffelt intensiv am Boden = Er sucht eine passende Stelle.
  • Dein Hund dreht sich schnell im Kreis. Bringe ihn sofort raus. Es ist fast schon zu spät.

Was tun, wenn im Haus ein Malheur passiert?

Ich sage es ganz deutlich: Du musst damit rechnen, dass dein neuer Hund in den ersten Wochen das eine oder andere kleine oder große Geschäft im Haus verrichtet. Sollte das passieren, mache bitte keinen Staatsakt daraus. Es ist zwar unangenehm, aber noch lange kein Weltuntergang.

Sollte dein Hund sich mal im Haus erleichtern, entferne Häufchen oder Pfütze kommentarlos. Schimpfen macht hier wenig Sinn, da der Hund nicht weiß, wofür er getaldelt wird. Ein absolutes No-Go ist außerdem, den Hund mit der Nase in seine Hinterlassenschaft zu stoßen, wie es von Anhängern der „alten Schule“ teilweise heutzutage immer noch empfohlen wird. Derartige Maßnahmen zerstören das Vertrauensverhältnis, und das Ergebnis kann sein, dass der Vierbeiner sein Geschäft künftig heimlich im Haus verrichtet. So etwas kann niemand gebrauchen!

Hat dein Hund bereits eine bestimmte Stelle im Haus für sich als WC auserkoren, kannst du diese mit Handtüchern, Bettlaken oder speziellen Inkontinenzmatten für Hunde auslegen. Beobachte ihn noch intensiver und bringe ihn bei den entsprechenden Anzeichen sofort nach draußen. Auch wenn dies das eine oder andere Mal umsonst geschieht.

Trotz Training kein Erfolg?

Du trainierst seit Wochen konsequent, doch der Hund zieht nach wie vor für sein Geschäft die Teppiche im Bad einer Rasenfläche vor?
Das Erlernen der Stubenreinheit kann eine gewisse Zeit dauern. Bei manchen Hunden geht es schnell, andere brauchen länger. Bei Rica dauerte es ganze zwei Monate, bis im Haus nichts mehr schief ging. Wie es bei Bobby war, weiß ich nicht mehr so genau. Aber auch hier waren wir mehrere Wochen damit beschäftigt.

Ist jedoch schon eine gewisse Zeit ins Land gegangen und du hast immer noch das Gefühl, ihr steht ganz am Anfang, halte ich es für sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen. Der Mediziner kann abklären, ob eventuell eine gesundheitliche Störung vorliegt

Ebenso können Verhaltensprobleme ursächlich für Kot- und Urinabsatz im Haus sein. Starke Angst oder traumatische Erfahrungen können dies mit sich bringen. Wende dich in einem solchen Fall am besten an einen Verhaltenstrainer oder Tierpsychologen. Hier gilt es, dem ursprünglichen Problem auf den Grund zu gehen und daran zu arbeiten.

Besonderheit bei einem Hund aus dem Tierschutz

Bei Hunden, die eine lange Zeit im Tierheim verbracht oder auf der Straße gelebt haben, kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Zwar lernen diese Hunde auf die gleiche Weise wie alle anderen, dass Pippi machen nur draußen stattfindet. Sie können jedoch oftmals nicht lange durchhalten. So war es auch bei Bobby. Im früheren Leben spielte das ja auch keine Rolle. Der Hund hat sich erleichtert wann, wo und so oft er wollte.

Nun muss sich sein gesamter Rhythmus komplett umstellen und die Blase darauf trainiert werden, länger durchzuhalten. Das geschieht mit der Zeit von ganz allein. Jedoch solltest du deinen Hund stets gut beobachten und ihn rechtzeitig nach draußen bringen, wenn die Blase sich meldet. Der Hund wird mit der Zeit den Toilettengang mit dem Rausgehen oder dem Rasenuntergrund verknüpfen und sich künftig bemerkbar machen. Hunde tun dies auf unterschiedliche Art. Bobby z. B. läuft zur Terrassentür und tritt unruhig auf der Stelle. Andere Hunde fiepen oder stupsen ihren Menschen an. Das ist bei jedem Hund anders und du wirst es bei deinem Vierbeiner herausfinden.

Schlusswort

Die Erziehung zur Stubenreinheit ist keine leichte Aufgabe. Mit der richtigen Einstellung und der nötigen Konsequenz beim Training sollte das Thema jedoch bald der Vergangenheit angehören. Wie war es bei dir? Wie lange hat dein Hund gebraucht, bis er gelernt hat draußen sein Geschäft zu machen? Macht er sich bemerkbar, wenn er raus muss? Schreibe es mir gern in einem Kommentar.

 

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6 Kommentare zu „So wird dein Hund stubenrein“

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  2. Meine Lady ist jetzt ca. 18 Monate alt und trotzdem passiert mal ein Maleur. Man muss wirklich darauf achten wie sie sich verhält um zu erkennen ob sie mal raus muss. Sie bellt nicht und zeigt es mir nicht. Das einzige was sie macht: Sie setzt sich vor die Tür. Aber wenn man mal beschäftigt ist kann man nicht alle 2 min. hinschauen. Bulldogge halt, die brauchen sowie so länger als vielleicht andere Rassen –grins. LG Claudia

  3. Tolle Tipps wir sind da schon durch unsere sind 3 und 5 Jahre. Haben gerade den Link von Instagram genommen. Du kannst sehr gut schreiben. Hättest du Interesse an einem Gastbeitrag auf unserem Blog? Wenn ja schick uns doch einfach eine kurze Mail. Viele Grüße

    1. Hallo Victor,
      vielen Dank für deine netten Zeilen. Es freut mich, dass dir meine Artikel gefallen. Komme gern auf dein Angebot zurück und melde mich in der nächsten Woche bei dir.
      LG Bettina mit Rica und Bobby

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